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SEMA 2014: Tuning made in USA

Geschrieben von Luca Cosacredi. Veröffentlicht in Tuning

Inzwischen ist die SEMA-Show zur Messe der Superlative gewachsen. Doch während bei vergleichbaren Messen wie der „Essen Motor Show“ das breite Publikum im Mittelpunkt steht, ist die SEMA im wahrsten Sinn des Wortes eine „Fachmesse“, auf der Anbieter, Händler und Werkstätten ihre Geschäfte abschließen. Rund 60 000 Kunden erwarten die Aussteller.
Viele Anbieter, die in der amerikanischen Tuningszene zu den Schwergewichten zählen, sind hierzulade weitgehend unbekannt. Wie zum Beispiel Vortech oder Hennessey. 

 

   Foto: Auto-Medienportal.Net/Mopar

Vortech aus dem kalifornischen Oxnard gilt als Spezialist für aufgeladene Motoren mit Kompressoren. Die Firma von der Weltküste bieten Dutzende von Umbaukits an. Nicht nur für amerikanische Hersteller, auch für japanische Produkte aus den Häusern Nissan, Subaru, Infiniti, Honda oder der Toyota-Tochter Scion, stehen Kraftkuren bereit. Vor allem auch für ältere Modelle. So kostet eine 412-PS-Kur für den Nissan Z 350 aus dem Baujahr 2006 exakt 6708,99 Dollar.


In diesem Jahr steht natürlich nicht nur bei Vortech die Ikone der amerikanischen Pony-Cars im Mittelpunkt: der neue Ford Mustang. Bei den Kaliforniern kommt der Fünf-Liter-V8 der Serie, mit 313 kW / 426 PS nicht gerade schmalbrüstig unterwegs, auf 471 kW / 640 PS.

Bei Hennessey geht noch ein bisschen mehr. Die Texaner helfen dem Mustang mit 515 kW / 700 PS auf die Sprünge. Bei ihren Kraftspritzen vertrauen die Spezialisten auf Turbolader mit Ladeluftkühlung. Doch die 30 Mitarbeiter werkeln nicht nur an Serienfahrzeugen, das Unternehmen hat sich auch als Kleinserienhersteller einen Namen gemacht. Der Extremsportwagen Hennessey Venom GT vereinigt die Basis eine Lotus Elise mit einem V8 aus der Corvette, der 914 kW / 1244 PS mobilisiert. Damit errang die 1200 Kilo leichte Flunder 2013 den Weltrekord für die Beschleunigung von Serienfahrzeuge aus dem Stand auf Tempo 300: 13,63 Sekunden.

LB Performance aus Japan tunt Motoren sowie Fahrwerke und verwandelt beispielsweise mit Aerodynamik-Kits europäische Sportwagen in wahre Monster – egal ob Lamborghini Aventador oder BMW M4. Beim Lambo ist das weniger eine Frage des Geschmacks, sondern eher des Preises von 30 000 Euro.

Studien, aufgemotzte Serienfahrzeuge, Hot Rods, nirgendwo auf der Welt genießen individualisierte Fahrzeuge eine so große Bedeutung wie in den Vereinigten Staaten. Tuner, Hersteller und Zubehörspezialisten gründeten 1963 ihre Vereinigung SEMA. Heute umfasst der Verband 6814 Mitglieder, die mehr als 30 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr generieren. Ihre erste Leistungsschau im November 1967 bestritten noch 98 Anbieter, die insgesamt fünf Fahrzeuge präsentierten und damit rund 3000 Besucher anlockten.

Ford überlässt die Überarbeitungen des Mustangs natürlich nicht nur den Tunern. Schließlich gilt es fünf Jahrzehnte des stilbildenden Bestsellers zu feiern. „Galpin Auto Sports“, die Tuning-Abteilung des größten Ford-Händlers in den USA präsentiert in Las Vegas eine schwarz-goldene Interpretation des neuen Mustangs mit einem aufgeladenen V8, der dank Kompressor 533 kW / 725 PS leistet. Die amerikanische Nummer Zwei lockt mit zwei besonders aggressiven Versionen des Trucks F-150 nach Las Vegas. Die radikale schwarze Version tritt für den Titel „Hottest Truck“ an. Mit dem „heißesten Truck“ lässt sich trefflich werben. Der F-150, in diesem Jahr ebenfalls neu auf den Markt gekommen, ist das meistverkaufte Auto in den USA.


General Motors setzt in diesem Jahr auf ein breites Spektrum. Dafür haben die Entwickler fünf Konzeptfahrzeuge für die SEMA entwickelt. Bei der Sportlimousine Chevrolet SS, mit 309 kW / 420 PS sicher ausreichend motorisiert, genügen Felgen, Spoiler und ein neuer Kühlergrill. Für den Kleinwagen Sonic steht ein umfangreiches Veredelungsprogramm bereit. Die schwarze Studie des Chevrolet Impala tritt mit einem 221 kW / 300 PS starken V6 an. Der Cruze RS Plus Concept setzt nicht zuletzt auf umfangreiche Multimediafunktionen und die Integration von Apple Siri.

Bei Chrysler sind die Rollen klar verteilt. Für alles was Serienauto schärfer, schneller und schöner macht, ist die Abteilung „Mopar“ zuständig. Als „Motor Parts“ 1929 gegründet, um die verschiedenen Marken des Konzerns einheitlich mit Ersatzteilen zu versorgen, entwickelte sich Mopar nach dem Krieg dem Aufbau der Rennfahrzeuge für die NASCAR-Serie und ab den Sechzigern auch als Tuner für die Muscle-Cars. Seit Chrysler zum Fiat-Konzern gehört, widmet sich Mopar auch der Veredelung der italienischen Fahrzeuge. So zündet die Tuningabteilung in Las Vegas ein wahres Feuerwerk von Studien. Neun Fahrzeuge sannen den Bogen von den amerikanischen Sportikonen Viper und Challenger von Dodge bis zu verschärften Versionen des Fiat 500 Abarth und des Fiat 500 L. (ampnet/tl)